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Gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist in Bewegung Gravierende Änderungen am Arbeitsmarkt durch eine globalisierte Marktwirtschaft machen Anpassungen und Einschnitte in das weltweit bewunderte soziale Netz Deutschlands notwendig. Dieser Prozess begann schon vor Jahrzehnten und wurde leider von der Politik lang missachtet. Nachdem die dann begonnen Renten-Reformen umso umwälzender waren, wird seitens der Medien und Assekuranzen die Panik geschürt. Dabei sind Warnungen vor drohender Altersarmut nicht von der Hand zu weisen, sinkt doch das Rentenniveau kontinuierlich.

Hohe Arbeitslosigkeit ist einer der Gründe für die Finanzierungsschwierigkeiten der gesetzlichen Rentenversicherung. Weniger Beitragszahler bedeuten de facto auch geringere Einnahmen. Bei einer gleichzeitig steigenden Lebenserwartung und sinkender Geburtenrate braucht man in der Regel keinen Rechenschieber bemühen, um zu merken, dass sich hier eine enorme Schieflage entwickelt. Inzwischen bedeutet im Umkehrschluss eine sinkende Arbeitslosigkeit nicht zwangsweise auch mehr Beitragseinnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung. In den letzten Jahren konnte man Entwicklungen beobachten, bei der die Arbeitslosenquote gleich blieb oder gar rückläufig war, die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse aber dennoch nicht angestiegen ist. Viele Arbeitgeber haben die Chance erkannt, sozialversicherungspflichtige Stellen in Jobs umzuwandeln, in denen der ehemalige Arbeitnehmer dann als Selbständiger mit denselben Aufgaben beauftragt wird.

Der Vorteil für den Arbeitgeber liegt auf der Hand: - für diesen Arbeitsplatz müssen keine Beiträge zur Arbeitslosen-, gesetzlicher Renten- und –Krankenversicherung mehr abgeführt werden.
- sollte die Auftragslage nicht die Beste sein, verursacht der Arbeitsplatz keine unnötigen Kosten, es werden einfach weniger Aufträge vergeben
- es müssen keine Kündigungsfristen und Lohnfortzahlungen eingehalten werden

Dies wurde von der Regierung erkannt, die versuchte, dem Prozess mit der Verabschiedung des Scheinselbständigengesetzes entgegen zu wirken. So sind Selbständige, die hauptsächlich nur für einen Auftraggeber tätig sind und keinen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, nicht von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit.

Ein weiteres Problem, welches die gesetzliche Rentenversicherung zu meistern hatte, war die deutsche Wiedervereinigung. Mehr Anspruchsteller und hohe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig stagnierender Wirtschaftsentwicklung haben dann die gesetzliche Rentenversicherung finanziell komplett in die Knie gezwungen.

Die Politik hat erst wirklich mit der Reformierung der Rentenversicherung begonnen, als die Auswirkungen schon spürbar, und die ersten Reformschritte aus finanzieller Sicht unumgänglich waren. Je später man aktiv wird, umso einschneidender müssen dann die getroffenen Maßnahmen sein, um eine Wirkung zu erzielen. Begriffserklärungen zu diesem Text finden Sie im Versicherungslexikon.


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